Aufgabenstellung

Für die künftige Entwicklung des Gebiets der ehemaligen GFZ-Kaserne wurde durch die Stadt Mainz ein städtebaulicher Rahmenplan erarbeitet und abgestimmt.

Neben Wohnnutzungen soll eine am Rande des Gebiets bereits vorhandene gewerbliche Nutzung aus flexibel weiterentwickelt werden. Aus dieser Konstellation ergeben sich besondere Chancen und Herausforderungen für die Quartiersentwicklung.

Das Wohnen als Hauptnutzung soll Geschosswohnungsbauten mit 3 bis 4 Vollgeschossen für 500 neue Wohneinheiten umfassen. Für die gewerblichen Nutzungen am nördlichen und westlichen Quartiersrand wird eine Geschossfläche von insgesamt ca. 40.000 m² angestrebt.

 

Städtebauliches Leitbild

Der Quartiersplatz im Nordwesten bildet mit seiner prägnanten Bebauung und dem großzügigen Durchgang den Auftakt und Eingang in das neue Stadtquartier. Die Abschirmung des Verkehrslärms im Norden und Westen wird durch fünfgeschossige Bürobauten erreicht. Ruhige Fußgänger- und fahrradfreundliche Wohnquartiere, bestehend aus Zeilen und Solitären, bilden jeweils einen privaten Wohnhof mit Kleinkinderspielplatz aus und orientieren sich überwiegend nach Süden und Westen. Durch das Anordnen der Straße und Wege und das additive Fügen der Stadtbausteine in einem orthogonalen Raster resultiert ein Urban-Grid. Die geplante Ost/West Wegeverbindung bildet einen Landschaftspark mit Verknüpfungen und Aufweitung in das gesamte Quartier aus. Die Wohnquartiere öffnen und orientieren sich mit den Solitären jeweils zum Landschaftspark.

 

Grün- und Freiraumkonzept

Die Leitidee bildet der Grünzug entlang der Wegeverbindung in Ost/West-Richtung. Dieser Landschaftspark bildet Verknüpfungen und Aufweitungen in das gesamte Quartier aus, vom Pocket Park im Osten bis hin zum Quartiersplatz im Nordwesten. Die Freiräume werden mit unterschiedlichen Qualitäten belegt und beziehen einen Großteil des qualitätvollen Baumbestandes mit ein. Die Grün- und Freiräume lassen sich aufgrund der geplanten Innenhöfe leicht in öffentlich und privat genutzte Bereiche differenzieren. Die Parkgaragen werden als erlebbare und begrünte Skulptur gestaltet.

 

Verkehrskonzept

Die Geometrie der Quartiersstraße folgt dem Bestand und wird in Teilbereichen aufgrund des zukünftigen Verkehrsaufkommens angepasst. Die Knotenpunkte in das Quartier bleiben erhalten und werden jeweils um eine zusätzliche Abbiegerspur auf geweitet. Die Quartiersstraße wird mit einer Fahrbahnbreite von 6 m und beidseitigen Gehwegflächen von 3 m ausgebildet. Die Fuß- und Radwegverbindungen in der Grünachse bilden die Verbindung zur Schule im Westen und an den renaturierten Weg entlang der Kleingartenanlagen im Osten.

 

Nachhaltigkeit der Konzeption

Durch den großzügigen und kammartigen Grünraum unter Einbindung der Bestandsbäume sowie Ergänzung von weiteren Bäumen wird ein positives Mikroklima im neuen Stadtquartier geschaffen.

Die Ausrichtung der Gebäude und ihre Flachdächer bieten weiterhin optimale Möglichkeiten für die Umsetzung von Photovoltaik- und/oder Solarthermiepaneelen auf den Dächern. Die Flachdächer erhalten zudem eine extensive Dachbegrünung, die Parkhäuser eine intensive Begrünung als Freiraumerweiterung. Das anfallende Regenwasser der Dächer wird in Rigolen als Mulden zur Wasserrückhaltung geleitet. Aus dem schonenden Umgang mit dem Gelände wird Anteil der versiegelten Flächen auf ein Minimum reduziert.

Bildnachweis: Kramm + Strigl | Freiraum

Projektdaten

Wettbewerb Nichtoffener städtebaulicher und freiraumplanerischer Realisierungswettbewerb Anerkennung
Auslober Landeshauptstadt Mainz
Architekten Kramm + Strigl
Landschafstarchitekten Rabsilber und Heckmann (Freiraum), Wiesbaden
Arheilger Straße 46
D 64289 Darmstadt
T +49 (0) 6151 97 52 0
F +49 (0) 6151 97 52 80

info@kramm-strigl.de
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