Besucherzentrum und städtebauliche Entwicklung
Mathildenhöhe Darmstadt

nicht offener Wettbewerb
in Zusammenarbeit mit Freiraum
Landschaftsarchitekten, Wiesbaden

Anerkennung

11.2018

 

Aufgabenstellung

Gegenstand des Wettbewerbs war das Konzept für den Neubau eines Besucherzentrumsfür die Mathildenhöhe in Darmstadt.
In einem städtebaulichen Ideenteil sollten Ideen für die Komplettierung des sogenannten Nordhangs + Osthangsmit einem Ausstellungsgebäude und ergänzenden Nutzungen entwickelt werden.
Dem Wettbewerb war ein qualifiziertes Bewerbungs- und Auswahlverfahren vorgeschaltet.
Zum Wettbewerb zugelassen wurden 25 Teilnehmer.

Ausgehend von dem Bewerbungsprozess um die Anerkennung der Mathildenhöhe als UNESCO-Welterbestätte wird das primäre Ziel verfolgt, bei der Weiterentwicklung der Mathildenhöhe den internationalen denkmalpflegerischen Standards genüge zu leisten und zugleich einen modernen, neuen urbanen Lebens- und Erlebnisraum zu schaffen. Hiermit verbunden wird eine Wiederbelebung der Mathildenhöhe im Sinne der innovativen Ansätze des frühen 20sten Jahrhunderts angestrebt.

Städtebauliches Konzept

Das neue Besucherzentrum für die Mathildenhöhe, als repräsentativer und zentraler Bau, nimmt die vorhandenen Straßen- und Gebäudefluchten auf, sodass der Straßenraum gefasst und eine eindeutige Adresse für die Besucher gebildet wird. Gleichzeitig fügt sich das Gebäudevolumen aufgrund seiner Kompaktheit in die bestehende Struktur ein und vermittelt zwischen den Großstrukturen und den kleinteiligeren Villen.

Als besonderes städtebauliches Merkmal ist die Freistellung des jahrelang nicht sichtbaren Kulturdenkmals, des Atelierhauses, und der dazugehörigen Gartenanlage hervorzuheben. Der über eine Treppenanlage erreichbare neue Platanenhain östlich des Besucherzentrums öffnet den Blick in Richtung des Denkmals und macht diesen Ort wieder erfahrbar.

 

Freiraumkonzept

Die freiräumliche Entwicklung des Osthanges, die 4. Seite der Mathildenhöhe, wird durch die einzelnen Baukörper und den entstehenden Freiflächen, die vielfältig bespielt werden können, aufgewertet.

Der neue Platz unter den Platanen, östlich des Besucherzentrums, stellt die Verbindung zum historischen Denkmal dar. Gleichzeitig ist er vom Foyer aus vielfältig bespielbar und verbindet den Innen- und Außenraum. Um die unterschiedlichen Höhen auszugleichen ist der Platz zum Olbrichweg hin abgetreppt – zum Kulturzentrum hin entsteht eine Böschung mit Sitzstufen, die zum Verweilen einladen.

Zwischen der Hochschule, dem Besucherzentrum und dem historischen Ausstellungsgebäude der Künstlerkolonie entsteht ein Bereich, der die unterschiedlichen Nutzungen verbindet und den Fuß- und Radverkehr stärkt.

 

Architektonisches Konzept

Das Besucherzentrum ist der Auftakt zum Gesamtensemble Mathildenhöhe Ost und stellt sich als reduzierter und eigenständiger Bau dar. Er hat eine moderne und eigenständige Architektursprache und tritt nicht in Konkurrenz zu den historischen Gebäuden. Um ein möglichst ruhiges Erscheinungsbild zu erreichen sind Öffnungen nur dort vorhanden, wo sie funktional benötigt werden und gerichtete Ausblicke den Besuchern ermöglichen.

Über differenzierte und bewusst gerichtete Ausblicke werden gezielt Blickbeziehungen zur Mathildenhöhe, zu den Villen der Künstlerkolonie und den neuen kulturell genutzten Bauten hergestellt. So entsteht beispielsweise im obersten Geschoss eine nach Westen ausgerichtete Terrasse mit der besten Aussicht auf die Mathildenhöhe und den Fünffingerturm.

Der Eingang des Besucherzentrums liegt an zentraler Stelle am Olbrichweg und erfolgt als Einschnitt in das Volumen des Baukörpers. Von hier aus ist das Gebäude barrierefrei zu erreichen. Das Foyer als zentraler Ort für die Verteilung im Gebäude ermöglicht Einblicke in den Ausstellungsbereich, den Shop und den Workshop Bereich. In Richtung Westen öffnet sich das Foyer mit einer raumhohen Verglasung zum neuen Platanenhain hin. Dieser Platz kann als Erweiterung mit bespielt werden, lädt den Besucher zum Verweilen ein und ermöglicht die Blickbeziehung zum Atelierhaus- und -garten sowie zum Kulturzentrum.

Das innere Raumkonzept folgt den funktionalen Anforderungen des Raumprogramms. Lufträume über dem Ausstellungsraum und den Saal, erzeugen spannungsvolle Räume. Sie ermöglichen eine wirkungsvolle Inszenierung des Raums und dessen Inhalte. Die bewusste Platzierung eines Oberlichtes inszeniert zusätzlich mit natürlichem Licht und Schatten das sich über drei Geschosse erstreckende Foyer mit seinem Luftraum.

Das Thema Licht spielt weiterhin im Ausstellungsraum für die Inszenierung der auszustellenden Exponate eine entscheidende Rolle. Aus einer Mischung aus diffusem und gerichtetem Licht werden die zukünftigen Ausstellungen und Exponate in Szene gesetzt. Als Raumbeleuchtung wird hierbei ein diffuses Licht mit Hilfe einer Lichtdecke, berücksichtigt. Es strahlt in alle Richtungen; dabei entstehen kaum bis gar keine Schatten. Für die Inszenierung einzelner Exponate wird als Ergänzung gerichtetes Licht, Strahler und/oder Downlights eingesetzt. Diese setzen Kunstobjekte in Szene und betonen Form, Struktur und Material.

Durch die homogene und reduzierte Materialsprache wird das Besucherzentrum zu einer Raumskulptur Außen wie Innen. Alle Nutzungen im Gebäude sind funktional an das Foyer und den Erschließungskern angeschlossen und somit unabhängig von den übrigen Räumen bespielbar. Die Veranstaltungsräume lassen sich flexibel zusammenschalten.

Bildnachweis: Kramm + Strigl

Projektdaten

Wettbewerb Nichtoffener Wettbewerb
Auslober Magistrat der Wissenschaftsstadt Darmstadt
Architekten Kramm + Strigl
Arheilger Straße 46
D 64289 Darmstadt
T +49 (0) 6151 97 52 0
F +49 (0) 6151 97 52 80

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