Expomedia 'Light Cube' | Saarbrücken
Medienarchitektur als Impulsgeber im städtebaulichen Transformationsraum

Bauherr

GIU Gesellschaft für Innovation und Unternehmensförderung, Saarbrücken

Zeitraum

1998 - 2000

Leistungsphasen

HOAI 1-9

Standort

Heinrich-Barth-Straße| Saarterrassen, 66115 Saarbrücken

Fotonachweis

Prof. Rüdiger Kramm, Prof. Dieter Leistner

Ausgangspunkt und Kontext

Der Light Cube markiert den Auftakt zur Umwandlung der Saarterrassen – dem Gelände der ehemaligen „Burbacher Hütte“. Als Übergangsraum zwischen gewachsener Stadtstruktur und postindustriellem Erneuerungsgebiet wird der Standort zum Crossing Point, an dem neue urbane Narrative entstehen.

Das Projekt Expomedia versteht sich als architektonisches Signal, das den Wandel des Ortes einleitet – offen in der Nutzung, präzise im Ausdruck.

Nutzung

Der sechsgeschossige Bau ist als flexibel nutzbares Bürogebäude konzipiert. Die Geschosse lassen sich geschossweise in zwei Einheiten unterteilen. Eine Sondernutzung im obersten Geschoss erweitert das Funktionsspektrum.

Die Medienfassade – Licht als Kommunikationsraum

Im Zentrum des Entwurfs steht eine dynamische Medienfassade, die Architektur mit digitaler Information verbindet.

Ein zweilagiges Röhrensystem legt sich als räumliches Gitternetz über alle vier Seiten des Kubus. Jede Röhre kann einzeln oder in Sequenzen angesteuert werden – steuerbar über ein digitales Programm. Dadurch entstehen visuelle Muster, Bewegungen und Rhythmen, die Datenströme, Prozesse oder Stimmungen abstrakt übersetzen.

Nicht die physische Gestalt des Gebäudes steht im Vordergrund, sondern die Verwandlung seiner Erscheinung durch Licht. Das Spiel von Struktur, Farbe und Bewegung macht den Baukörper zur medialen Oberfläche, zur Schnittstelle zwischen analogem Raum und digitaler Kommunikation.

Medienarchitektur als urbanes Experiment

Ergänzt wird das Fassadenkonzept durch ein integriertes Media-Board, das konkrete Bildwelten oder Informationen darstellt. Es tritt bewusst in Dialog – oder auch in Kontrast – zur abstrakten Lichtstruktur.

So entsteht ein spannungsreicher Hybrid zwischen konventioneller Architektur und Medieninstallation. Der Light Cube wird zur Projektionsfläche, zur Plattform – und zur Frage an die Stadt: Wie sichtbar darf Veränderung sein?

Parkhaus Liliencarré | Wiesbaden

© 2026 Kramm & Strigl
© 2026 Kramm & Strigl